Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Volkswagen ein Bußgeld in Höhe von rund einer Milliarde Euro auferlegt. Diese Strafe hat Volkswagen dann auch freiwillig akzeptiert. Die Staatsanwaltschaft hielt „Aufsichtspflichtverletzungen“ im Zusammenhang mit dem Dieselskandal für hinreichend belegt. Kern des Dieselskandals ist der Vorwurf, dass die Abgassteuerung bei dem EA189-Motor manipuliert wurde, um im Labor gesetzeskonforme Werte vorzugaukeln. Der EA189-Motor war lange Jahre im ganzen Konzern im Einsatz.

Was heißt das für Dieselfahrer? – Beweislage ist verbessert

Viele verärgerte VW-Dieselbesitzer fragen sich, was diese Strafe für ihre Sache für eine Bedeutung hat. Direkt können Dieselbesitzer tatsächlich nicht profitieren. Das Bußgeld hat einen strafrechtlichen Hintergrund, während Dieselbesitzer vor Zivilgerichten auf Gewährleistung und Schadensersatz klagen müssen. Aber indirekt wird sich die Strafe für klagende Dieselfahrer positiv auswirken. In den Schadensersatzprozessen der Dieselbesitzer gegen den Hersteller VW ist streitentscheidend, ob VW mit Vorsatz gehandelt hat. Ein Konzern handelt grundsätzlich nur vorsätzlich, wenn der Vorstand Bescheid wusste. Ein einfacher Mitarbeiter reicht nicht aus.

Vorsatz des VW-Vorstands liegt nun sehr nahe

Da VW dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft, dass VW Aufsichtspflichtverletzungen zu verantworten hat, nicht mehr so energisch entgegentritt wie jemand, der von seiner Unschuld ausgeht, wird es für VW auch in den zivilrechtlichen Schadensersatzprozessen immer schwieriger, sich mit dem Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter herauszureden. Die Schlinge zieht sich zu.

VW-Schadensersatzansprüche verjähren zum 31.12.2018!

Da VW-Mitarbeiter im Jahr 2015 Manipulationen zugegeben haben, droht wegen der regelmäßigen dreijährigen Verjährungsfrist die Verjährung zum 31.12.2018. Jeder, der einen Wagen aus dem VW-Konzern hat und ein Update durchführen lassen musste oder dazu aufgefordert wurde -i.d.R. trifft das auf alle Modelle mit einem EA-189-Motor zu- sollte umgehend rechtlichen Rat einholen. Da verjährungshemmende Maßnahmen wie eine Klage eine Vorbereitungszeit brauchen, wenden Sie sich am Besten sofort an uns. Denn im Dezember droht eine Überlastung aller auf den VW-Skandal spezialisierten Kanzleien.